Bitte versuche niemals, die Phobie Deines Kindes im Alleingang zu heilen oder davon auszugehen, dass sich diese von alleine „auswächst“! Nimm die Ängste Deines Kindes unbedingt ernst, auch wenn sie Dir total absurd erscheinen. Dein Kind braucht Dich jetzt!

Wenn es Dinge gibt, die Du als Nicht-Betroffener nicht nachvollziehen kannst, solltest Du zumindest versuchen, diese zu akzeptieren.

Um mögliche körperliche Ursachen auszuschließen, geh mit Deinem Kind zum Arzt und lass' es allgemein untersuchen. Wenn sich herausstellt, dass die Beschwerden Deines Kindes psychischer Natur sind, biete ihm Hilfestellungen an und ermögliche ihm auf jeden Fall, zu einem Therapeuten zu gehen. Je früher die Ängste angegangen werden, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Deswegen hadere nicht zu lange mit dem Schicksal "Mein Kind ist doch nicht psychisch krank! Oder doch?", sondern suche fachkompetente Hilfe.

Vermeide Vorwürfe und werde Dir dessen bewusst, dass psychosomatische Beschwerden nicht „eingebildete“ Beschwerden sind, sondern lediglich einen anderen Ursprung als körperlicheErkrankungen haben. Vielleicht hilft es Dir, Dich in Deine letzte richtig heftige Magen-Darm-Grippe und die damit verbundene Übelkeit zu versetzen. So fühlt sich Dein Kind ggf. ständig – ohne, dass die Beschwerden nach 2-3 Tagen automatisch abklingen.

Egal was Du tust, vermittle immer eine positive Einstellung und sei optimistisch. Vor allem, wenn Dein Kind noch nicht erwachsen ist, kann es sich nur schwer selbst helfen und ist auf Dich angewiesen. Wenn Du dennoch an Deine Grenzen kommst (und das kommen die meisten!), such Dir einen Ansprechpartner, aber lass es nicht an Deinem Kind aus. Dennoch hast Du auch ein Recht auf ein eigenes Leben und darauf, Dir mal etwas zu gönnen oder etwas für Deine Seele zu tun.

Nimm Dir Auszeiten. Genieße Dein Leben und lass Dich nicht zusätzlich nur einschränken. Je besser es Dir geht, desto mehr Kraft hast Du, Deinem Kind wirklich zu helfen.

Unterstütze Dein Kind, so gut Du kannst. Das bedeutet nicht immer, Dich sklavisch auf alles einzulassen, was Dein Kind verlangt. Ganz im Gegenteil solltest Du darauf achten, nicht in eine Therapeutenrolle zu geraten oder Deinem Kind Dinge abzunehmen, die es vom Alter her alleine regeln könnte. Hilfestellungen sind natürlich erlaubt, aber übernimm nicht vollständig Aufgaben und versuche, das Vermeidungsverhalten Deines Kindes nicht noch weiter zu unterstützen. Wenn Dein Kind sich zum zehnten Mal die Hände wäscht, sei auch mal konsequent und nimm die Seife weg. Wenn Dein Kind Medikamente möchte, die es nicht wirklich braucht, so gib diese nicht heraus. Versuche, den Alltag so gut es geht weiter zu gestalten, dass Dein Sohn/Deine Tochter merkt, dass ein geregeltes Leben funktionieren kann. Versuche jedoch immer, ansprechbar zu sein und das Kind zu ermutigen.