Ab August Kindergarten.. Hilfe!

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22 Jul 2017 16:08 #1 von Biene_89
Biene_89 erstellte das Thema Ab August Kindergarten.. Hilfe!
Hallo ihr Lieben,

viele Jahre lang war ich stille Mitleserin, doch jetzt brauche ich dringend euren Rat. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll...
Seit meinem 10ten Lebensjahr leide ich unter Emetophobie. Anfangs wurde mir immer unterstellt, dass ich Magersüchtig und Emetophobie nur eine Ausrede sei. Nachdem Emetophobie in der Fachwelt der Psychologen immer bekannter wurde habe ich bereits 3 normale Verhaltenstherapien und 4 Hypnosesitzungen ausprobiert. Bei meiner Angststörung (+Panikattacken) konnte mir die Hypnose gut helfen, doch die Emetophobie konnte dadurch nicht aus meinem Kopf "rausradiert" werden.

Ich habe versucht mein Leben so schön wie möglich zu gestalten, habe auch 2 Kinder bekommen (3 Jahre und der Kleine ist ganz frisch: 2 1/2 Monate).
Lange Zeit dachte ich, dass ich die Situation im Griff habe, habe versucht alles soweit wie möglich zu kontrollieren, doch am Ende war alles vergebens...
Mein Großer hat sich noch nie übergeben,,, bis vor ca. 1 1/2 Monaten. Nachdem er Abends fettes Essen gegessen hat und wie wild im Garten rumgelaufen ist (warmer, schwüler Abend) hat er am nächsten Morgen 2 mal tun müssen. Ich bin mit dem Baby in den weit entferntesten Raum gegangen. Mir wurde richtig schwarz vor Augen.
Mein Mann hat sich um ihn gekümmert.. ich konnte ihn jedoch den ganzen Tag und den darauf folgenden nicht wirklich berühren. Da ist mir schmerzhaft bewusst geworden, dass meine Emetophobie präsenter ist als je zuvor. Und im August soll er in den Kindergarten gehen. Ich hatte schon überlegt ihn abzumelden, mein Mann war da jedoch strikt dagegen. Das Kind dürfe "nicht so sehr unter meiner Krankheit leiden, dass sich sein komplettes Leben danach richtet".

Wir hatten zusammen die Christoph Dornier Klinik rausgesucht. Nach dem durchlesen mehrerer Erfahrungsberichte musste ich jedoch feststellen, dass diese Therapieform nichts für mich ist. Ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn man mich alleine ins Kaufhaus setzen würde und der Therapeut einfach wegfährt.. oder er von mir verlangt ständig erbrochenes ansehen zu müssen. Das könnte ich nicht. Und das wäre dann meine Entscheidung, wirklich "geholfen" wird einem ja dann doch nicht, oder?

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ich weiß einfach nicht mehr weiter....

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10 Aug 2017 11:47 #2 von MaWi
MaWi antwortete auf das Thema: Ab August Kindergarten.. Hilfe!
Hallo Biene,

ich habe es noch nicht geschafft, das komplette Forum zu überfliegen, aber gestern habe ich mich zufällig mit meinem Thema "Emo und Kinderwunsch" vorgestellt und habe jetzt gerade das Gefühl, dass wir uns bezüglich der Angst sehr ähnlich sind.

Interessant (und wundervoll :) ) dass du auf jeden Fall schon mal zwei Kinder hast! Waren sie geplant und hattest du deine Angst in dem Moment ausgeschaltet oder wie fühlt sich das an, bereit zu sein?

Was deine Reaktion beim "ersten Mal" angeht, habe ich vollstes Verständnis!! Ich denke mir, die Schwangerschaft kann man noch irgendwie schaffen. Bei der Geburt muss es auch nicht unbedingt passieren. Aber dann. Jahrzehntelang :unsure: Dann hat man noch das Glück, dass es erstmal vielleicht viele Jahre dauert und nie was passiert und man sich schön in Sicherheit wiegt... Aber dass es irgendwann kommt, dass Kinder sich übergeben, ist ein ungeschriebenes Gesetz :(

Ich denke ich hätte genau so reagiert wie du bzw. nicht gewusst was ich gemacht hätte, wenn mein Mann nicht da gewesen wäre.
Darf ich fragen, ob es deinem Sohn aufgefallen ist, dass du "geflohen" bist? Ich mache mir nämlich z.B. auch Sorgen über Vererbung oder dass ich meinen Kindern die Angst vorleben und somit anerziehen würde. Ist er verunsichert durch deine Panik und konntest du erkennen, ob er vorher auch panisch war? Vor allem, da du ihm ja nicht nahe sein bzw. ihn nicht anfassen konntest...

Ich denke - und das meine ich unter uns jetzt liebevoll - dass dein Mann Recht hat. Solange ich noch eine Distanz dazu habe, würde ich auch sofort sagen, dass die eigene Angst nicht das Leben des Kindes bestimmen darf. Aber hat man da einen Einfluss drauf?
Ich hoffe mein Mann würde/ wird genau so denken und handeln. Einfach, damit ein normales Leben möglich ist - wenigstens für die, die nicht betroffen sind. Ich schwanke oft zwischen Zuversicht, dass meine Angst nicht übertragen werden würde und Resignation, dass meine Kinder bei meinen Genen gar keine Chance haben...

Jedenfalls Danke für deine offenen Worte, genau das sind meine Ängste und Fragen!

Liebe Grüße und viel Kraft für die Zukunft. Irgendwann wirst du dich dran gewöhnt haben oder es wird immer, immer seltener. Mit der Zeit können Kinder/ Jugendliche ja auch alleine brechen und du bist verhältnismäßig außen vor. Und dann hast du zwei tolle Jungs, eine Familie, alles erreicht :) Und das sind für mich die Dinge, die zählen und für die es sich lohnt :) (Sage ich JETZT :D )

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