Ich bin hoffnungslos

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04 Okt 2017 21:12 #1 von ElliLisbeth
ElliLisbeth erstellte das Thema Ich bin hoffnungslos
Hallo!
Ich bin neu hier und bin so froh hier mit Leuten mit derselben Angst sein zu können.

Um mal anzufangen:
Ich habe Emetophobie seit ich ein kleines Kind bin. Bis vor 2 Jahren klappte der Alltag noch. Doch seit eben diesen 2 Jahren habe ich immer Übelkeit.
Die Leute in den Kliniken konnten damit nie etwas anfangen.
Und ich habe so langsam das Gefühl das mir nichts mehr helfen wird und die Angst mein Leben beherrschen wird, für immer.
Nun bin ich in ambulanter Therapie (Verhaltenstherapie) und meine Therapeutin sieht das alles viel zu locker.
Sie sagte üblicherweise schaut man auf YouTube Videos von Menschen, die sich übergeben und riecht dann an Buttersäure und übergibt sich.. Das möchte sie nicht machen.
Sie sagt ich soll Entspannung machen (PMR, AT,..). Aber das klappt bei mir nicht wirklich. Hatte beide Verfahren in 2 Kliniken mit im Therapieprogramm. Und ich sagte das mehrfach zu ihr, das mir das nicht reicht usw. Ich will wieder normal leben können. Ich bin gerade so verzweifelt.
Mich macht diese Angst so fertig.

Liebe Grüße,
ElliLisbeth

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04 Okt 2017 23:58 - 05 Okt 2017 00:00 #2 von Nerb
Nerb antwortete auf das Thema: Ich bin hoffnungslos
Hey,

hast du schonmal darüber nachgedacht, dass die Angst vielleicht einfach nur ein Symptom für etwas bisher noch Unbewusstes, Tieferliegendes sein könnte? Gibt es Verhaltensweisen oder Lebensumstände in deinem leben, die dir irgendwie insgehim schon immer komisch oder anders als bei anderen vorkamen? Oberflächliche Strategien mögen für den Anfang helfen, aber ohne an die Ursache zu gehen, lösen Sie die Angst vermutlich nicht für immer. Sie sind aber eine gute Sache, um überhaupt erstmal wieder klar zu kommen und an tieferen ursachen arbeiten zu können. Insgesamt finde ich die Herangehensweise von deiner Therapeutin gut, denn die Konfrontation mit Kotzvideos usw. soll erfahrungsgemäß bei Emos nicht so viel bringen. Probier ruhig verschiedene Entspannungstechniken aus und finde die, die für dich funktioniert.

„You’re not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.“ - Chuck Palahniuk
Letzte Änderung: 05 Okt 2017 00:00 von Nerb.

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05 Okt 2017 21:25 #3 von ElliLisbeth
ElliLisbeth antwortete auf das Thema: Ich bin hoffnungslos
Hallo Nerb :)
Danke für deine Antwort!

Ja, aber ich weiß es nicht. Ich habe keinen Auslöser finden können.
Gibt es eine Möglichkeit, an dieses Unbewusste, also an die Ursache für die Angst heran zu kommen?

Das Zweite muss ich leider auch bejahen. Im Rückblick ist vieles komisch gewesen und in meinem Kopf war ich noch nie wirklich normal.
Erst vor 2 Jahren hatte dann das erste Kind seinen Namen (PTBS/Depression). Die Emetophobie kam später hinzu und endlich wusste ich was ich habe und das diese Verhaltensweisen und körperlichen Dinge (Vermeidung, Bauchschmerzen, Übelkeit) von einer Angststörung kommen.

Ja, ich möchte allerdings beides haben. Nicht nur "Guck mal wie du kommst und mach Entspannung", überspitzt geschrieben.
Ich möchte wissen wo es herkommt, einen Weg aus der Angst finden, ohne nur an der Oberfläche zu kratzen und weiter mit der Angst leben, verstehst du was ich meine? Nicht unbedingt direkte Konfrontation. Ich weiß einfach nicht mehr weiter was ich noch tun könnte.
Entspannungstechniken habe ich schon mehrere probiert, das Autogene Training schon länger und es reicht mir nicht als Therapie. Das habe ich meiner Therapeutin schon gesagt, aber es lief wieder auf das Gleiche hinaus und das frustriert mich sehr.
Ich mache seit einigen Tagen Schritte zurück (Probleme, überhaupt raus zu gehen, Bus fahren etc.). Das war bisher nie so schlimm :/

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05 Okt 2017 22:05 - 05 Okt 2017 22:09 #4 von Nerb
Nerb antwortete auf das Thema: Ich bin hoffnungslos

ElliLisbeth schrieb: Ja, aber ich weiß es nicht. Ich habe keinen Auslöser finden können.
Gibt es eine Möglichkeit, an dieses Unbewusste, also an die Ursache für die Angst heran zu kommen?


Das dauert und da hilft nur Selbsreflektion und das unter Umständen mit Hilfe Dritter, die einen auf Dinge hinweisen, die einem noch nicht so bewusst sind. Das dauert und ist anstrengend. Wenn du an den richtigen Hebeln ankommst, sollte die Angst weniger werden. Besonders wichtig sind dabei die Begriffe Akzeptieren und Loslassen.


ElliLisbeth schrieb: Das Zweite muss ich leider auch bejahen. Im Rückblick ist vieles komisch gewesen und in meinem Kopf war ich noch nie wirklich normal.
Erst vor 2 Jahren hatte dann das erste Kind seinen Namen (PTBS/Depression). Die Emetophobie kam später hinzu und endlich wusste ich was ich habe und das diese Verhaltensweisen und körperlichen Dinge (Vermeidung, Bauchschmerzen, Übelkeit) von einer Angststörung kommen.

Ja, ich möchte allerdings beides haben. Nicht nur "Guck mal wie du kommst und mach Entspannung", überspitzt geschrieben.
Ich möchte wissen wo es herkommt, einen Weg aus der Angst finden, ohne nur an der Oberfläche zu kratzen und weiter mit der Angst leben, verstehst du was ich meine? Nicht unbedingt direkte Konfrontation. Ich weiß einfach nicht mehr weiter was ich noch tun könnte.
Entspannungstechniken habe ich schon mehrere probiert, das Autogene Training schon länger und es reicht mir nicht als Therapie. Das habe ich meiner Therapeutin schon gesagt, aber es lief wieder auf das Gleiche hinaus und das frustriert mich sehr.
Ich mache seit einigen Tagen Schritte zurück (Probleme, überhaupt raus zu gehen, Bus fahren etc.). Das war bisher nie so schlimm :/


Da hast du doch schon konkrete Ansatzpunkte. Es gibt ja noch mehr Entsapnnungstechniken und nicht nur die, die man auf Knopfdruck anwenden kann. Ich würde auch Dinge wie Yoga usw in Betracht ziehen und vielleicht versuchen einen entspannteren Lifestyle, ohne in die Vermeidung zu gehen, zu pflegen. Sowas senkt auch das Grundanspannungslevel.

Desweiteren finde ich persönlich auch aufrechterhaltende Faktoren wichtig. Was macht dich depressiv und was hat zum Trauma geführt? Kannst du solchen Dingen verstärkt aus dem Weg gehen? Versuch dein Leben so zu verändern, dass du wieder handlungsfähiger wirst. Das kann gerade am Anfang durchaus sehr schwer sein.

PS: Ich lese raus, dass du was ändern willst - das ist ein ganz wichtiger Punkt - Motivation.

„You’re not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.“ - Chuck Palahniuk
Letzte Änderung: 05 Okt 2017 22:09 von Nerb.

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