Die angst, keine Angst zu haben

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14 Dez 2016 19:11 #1 von Jasmin
Ich bin jetzt seit über 7 Wochen in einer Klinik und habe schon viele Fortschritte gemacht! Ich habe wieder mein normalgewicht und kann wieder essen. Außerdem bin ich schon gegen viele Ängste angegangen, wie zum Beispiel die Angst vor bestimmten Lebensmitteln usw.. Letzte Woche hatte ich ein richtiges Tief, dachte, dass ich es niemals schaffen könnte, wie auch? Aber seit Sonntag habe ich neue Energie geschlöpft und heute fühle ich mich auch wieder total gut. Aber eine grundsätzliche Angst ist geteilt immer noch da.. Kennt jemand diese Angst, wenn man denkt, dass erst recht etwas passiert, wenn man keine Angst mehr hat? Ich schaffe es noch nicht diesen Gedanken komplett zu verscheuchen, obwohl ich weiß, dass ich mich nicht davon übergeben muss, wenn ich nicht mehr so eine große Angst davor habe.. Aber ich ekele mich halz trotzdem noch und hab doch ganz tief im Inneren noch Angst, dass doch etwas passieren könnte.. Dass ich mich dann öfter übergeben müsste..Obwohl mir das eigentlich nie passiert, ich kann nicht sagen, wann mir das das letzte Mal passiert ist und laut meinen Eltern auch nur einmal überhaupt.. Kennt jemand das und hat es irgendwie geschafft diese Angst loszuwerden? Über Antworten würde ich mich sehr freuen!:)
Lg Jasmin

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14 Dez 2016 21:28 #2 von Sabine
Hallo Jasmin,
Das klingt kompliziert in meinen Ohren und auch irgendwie widersprüchlich.
Dann kann der Zustand der Angstfreiheit ja gar nicht entstehen, weil die Angst ihn fern hält?
Ich glaube, erst wenn wir uns zutrauen uns übergeben zu können, könnte die Angst verschwinden. Da ich aber annehme, dass die EMO nur ein Symptom ist und etwas ganz anderes dahinter steckt als der Akt des Erbrechens, wird mich auch das Erbrechen-Können nicht von ihr befreien, sondern nur das, was dahinter steckt. Ich persönlich muss das aber erst mal finden.
LG Sabine

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15 Dez 2016 11:32 #3 von Micha_Mausi
Hallo Jasmin,
oooh mein Gott, als ich das gelesen habe dachte ich mir nur "Hey, mir geht es genauso!!"
Aber erstmal: schön dass du so viele Fortschritte gemacht hast, freut mich sehr das zu hören. Immer weiter so :)
Ich habe die letzten Tage viel nachgedacht, habe überlegt wie ich gegen die Angst vorgehen kann.... dann kam auch die Angst, dass ich mich ohne Angst öfter übergeben könnte, da ich dann ja nicht mehr so gut "aufpasse". Das ist natürlich Schwachsinn, aber ich kenne das seehr gut!! Dachte ich bin die einzige die so denkt ;)
Was man dagegen tun kann weiß ich nicht. Aber sollte ich dem Problem irgendwie entgegentreten können sage ich dir Bescheid ;) Habe dieses Problem ja auch erst seit ein paar Tagen. Das ist völlig neu für mich. Ich glaube, man hat sich einfach so sehr an die Angst gewöhnt, sie gibt uns eben ein Stück weit Sicherheit. Und Sicherheit verlieren ist niemals schön, daher denke ich klammert man sich auch etwas an die Angst :) Ich finde auch nicht, dass das widersprüchlich klingt, ich finde das relativ logisch aus meiner Sicht :)
Aber Sabine hat Recht, hinter der Angst steckt in der Regel etwas ganz anderes. Ich muss aber sagen, ich traue mir sehrwohl zu mich zu übergeben und habe vor dem Akt an sich auch absolut keine Angst. Natürlich muss man sich Mut machen, und sich einiges zutrauen. Aber ich glaube wir müssen vor allem aufhören alles mit dem Erbrechen zu verbinden. Wenn ich mir ständig sagen würde "Ich muss mir zutrauen, dass ich mich übergeben kann", dann würde das nicht helfen. Natürlich kann ich es, jeder kann es. Es gilt die Ängste im "Untergrund" zu überwinden, wie Sabine schon geschrieben hat. Ich hoffe, du kommst dahinter was diese Angst keine Angst mehr zu haben ausmacht.
Halte uns doch auf dem Laufenden, würde mich tierisch interessieren :)
Weiterhin alles Gute, bleib stark!!
Grüße,
Michaela

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15 Dez 2016 15:04 #4 von Jasmin
Vielen Dank für die Antwort und es beruhigt mich auch etwas, dass ich nicht die einzige bin, die solche Gedanken hat, aber dennoch will ich sie gerne loswerden:lol:
Ich werde mich auf jeden Fall nochmal melden, wenn ich diesbezüglich weiter gekommen und wie ich das geschafft habe!:)

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16 Dez 2016 11:49 #5 von Micha_Mausi
huhu,
Danke das du uns weiterhin berichten wirst :)
Ich frage mich woher diese Gedanken so plötzlich kommen. Hattest du die schon immer, oder sind die bei dir auch erst seit neuerstem da?
Ich hoffe auch, dass wir es schaffen und all diese Gedanken so schnell wie möglich los werden. Aber ich glaube an uns :)
Viele Grüße, alles Gute weiterhin :)
Michaela

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18 Dez 2016 13:15 #6 von Fleur
Hallo!

Ich kenne diese Angst auch, und bin erst vor ein paar Wochen darauf gestoßen. Ich hatte hier gelesen, dass bei so vielen in der umgebung ein MGD-Virus wütet. Ich wollte mich davon nicht so beunruhigen lassen, da es in meiner Nähe gar keinen Fall davon gab. Trotzdem war ich plötzlich viel vorsichtiger und ängstlicher, und ich hatte dann auch das Gefühl, dass es mich auf jeden Fall erwischen würde (von wem auch immer ich es bekommen sollte, es waren und sind in der Hinsicht alle hier gesund), wenn ich nicht eine gewisse Zeit und genug Gedanken dagegen aufbringen würde. Es kam mir vor, als würde ich einem Art 'Virus-Gott' huldigen, der Rache nehmen würde, wenn ich ihm nicht genug Zeit und Nerven opfere. Ich hab mit meinem Therapeuten darüber geredet und er versucht ohnehin mich immer und immer wieder davon zu überzeugen, dass es objektiv keinen Unterschied macht, ob ich etwas vermeiden will und mir ganz viele Gedanken darum mache, oder überhaupt keine - entweder es passiert, oder halt nicht. Aber es ist schwer, das in seinem Kopf zu verankern. Bei mir hat sich völlig eingeschleift, dass die Dinge nur gut laufen können, wenn ich sie vorher wirklich gut und ausführlich geplant und alle Eventualitäten und Katastrophen durchdacht habe. Daran muss ich nun noch arbeiten.

LG, Fleur

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18 Dez 2016 16:26 #7 von Micha_Mausi
Hallo Fleur,
so geht es mir auch! :)
Manchmal habe ich direkt ein schlechtes Gewissen, wenn ich einen guten Tag ohne Angst erlebt habe. Ich habe auch manchmal diese Gedanken: wenn ich vorher nicht alles durchdenke, dann erwischt es dich noch eher. Natürlich ist das Schwachsinn, aber wie bekommt man so etwas nur in den Griff?
Ich glaube das Problem ist auch, dass man sich ein Leben ohne der Angst gar nicht vorstellen kann oder oft auch nicht will! Ich ertappe mich dabei, dass ich manchmal froh bin dass die Angst da ist. Denn sonst gibt es ja nichts und niemanden der auf mich Acht gibt, aber die Angst ist immer da und "passt auf mich auf". Komische Gedankengänge. Frage mich auch warum mir das erst jetzt augefallen ist und nicht schon viel früher. Denn diese Gedanken sind ja eigentlich schon immer da gewesen und nicht erst seit gestern :)
Ich muss generell immer alles planen und gut durchdenken, egal was ich tue. Spotan geht bei mir gar nichts. Und wenn dann Situationen nicht so laufen wie geplant (was selten der Fall ist, weil man einfach nicht planen kann wie sich Freunde/ Familie etc verhalten werden), dann fühle ich mich immer unwohl, mal mehr mal weniger. Je nach Situation. Aber ich glaube, dass das bei mir eben an dem Zwang liegt alles kontrollieren zu wollen, bloß nichts dem Zufall überlassen! Dumme Sache, aber da kommen wir bestimmt auch irgendwie raus ;)

Liebe Grüße,
Micha

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